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31. Juli - 14. September 2008
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ES GRÜNT SO GRÜN, WENN NEUKÖLLNER BLÜTEN BLÜHEN MY FAIR LADY und Berlin – das ist schon eine ganz besondere Liebesgeschichte. Im Theater des Westens mit Paul Hubschmid und Karin Hübner DAS Aushängeschild gen Westen, dass man den Anschluss an den künstlerischen amerikanischen Zeitgeist kein bisschen verloren hatte. Im Metropoltheater der leise Triumph, dass George Bernard Shaw den Beweis erbracht hat, dass man auch als überzeugter Sozialist am Broadway Erfolge feiern kann. Dass MY FAIR LADY in beiden Teilen der Stadt gleichermaßen identitätsstiftend wirken konnte, sagt eine Menge über die Qualitäten dieses „Musical aller Musicals“. Ebenso ein „kapitalistisches“ Aschenputtelmärchen wie brillant geschriebene Kapitalismuskritik; das muss man erstmal hinkriegen. Und ganz alleine hat George Bernard Shaw das auch nicht hinbekommen. Da musste erst der gebürtige Wiener Frederik Loewe mit seinem Librettisten Alan Jay Lerner kommen und Melodien erfinden, zu denen sich laut Zeitgenossen George Bernhard Shaw im Grabe umgedreht hätte. Hätte er wohl. Wer kann bei „Ich hätt` getanzt heut Nacht“ und „Es grünt so grün“ schon still sitzen? Vielleicht ist das das Geheimnis jeden wirklich geglückten Theaterstücks: Dass man es immer von zwei Seiten sehen kann. Diese beiden Seiten werden in der neuen MY FAIR LADY im Admiralspalast auf das Schönste neu zu entdecken sein. Schauspielerisch mit Daniel Morgenroth, Udo Kroschwald, Dagmar Biener und Anton Rattinger erstklassig besetzt, musikalisch in den besten Händen von Adam Benzwi, der auch schon das sensationelle „Cabaret“ in der Bar jeder Vernunft aus der Taufe gehoben hat und mit einer Eliza, die eine wirkliche Entdeckung ist. Regie führt Peter Lund, der viele Jahre für kluges und intelligentes Musiktheater an der Neuköllner Oper gesorgt hat. Nicht die schlechteste Empfehlung für eine gelungene „LADY“. Denn Eliza kommt zwar aus London, Aber so wie sie redet, kommt sie garantiert aus Neukölln. Was nie die schlechtesten Berliner waren.
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